Kann ich mein Klavier nicht auch selbst stimmen?

Es ist kaum möglich, ein Klavier selbst wirklich gut zu stimmen, ohne dies lange trainiert zu haben. Zwar gibt es inzwischen ganz hervorragende „Apps“ (Computerprogramme), mit denen auch ich schon bei einzelnen Klavieren sehr gute Ergebnisse erzielt habe, aber trotzdem erfordert das Stimmen über das Hören hinaus eine Menge Fingerspitzengefühl und Erfahrung, welche nur durch Machen erworben werden kann. Andererseits wird die Stimmung, wenn sie denn gelingen sollte, von geringer Haltbarkeit sein.

 

Warum soll die Stimmung dann nur von geringer Haltbarkeit sein?

Bei einer Klaviersaite in einem Klavier unterscheidet man verschiedene Abschnitte: nicht klingende Abschnitte und einen klingenden Abschnitt. Von oben nach unten betrachtet befindet sich der erste Abschnitt zwischen Stimmwirbeln und Silie, der zweite zwischen Silie und Steg (der klingende Abschnitt) und der dritte zwischen Steg und Plattenanhangstift. An diesem Stift ist das untere Ende der Klaviersaite eingehängt. Wenn nun die Spannung der Saite neu reguliert wird, muss die Saite auch über diese Teile hinübergleiten, welche am Übergang von einem zum nächsten Abschnitt mit der Saite Kontakt haben. Aber das tut sie nicht so ohne weiteres, wegen der Reibung zwischen Saite und Silie einerseits und Saite und Steg andererseits.

Sind diese Abschnitte nach dem Stimmen nicht alle genau gleich stark gespannt, kommt es im späteren Verlauf, oft auch bei Spielen, zu Ausgleichsbewegungen. Die Saite rutscht dann nach, wodurch die unterschiedlichen Spannungen der Saiten sich annähern und die Saite sich wieder verstimmt.

Bei manchen Klavieren ist dies besonders schwierig, manchmal so schwierig, dass es sogar sehr gute Stimmer nicht immer hinbekommen.

 

 

 

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